Allgemeines
Rock’n'Roll wird innerhalb der Schweiz von der Swiss Rock’n'Roll Confederation und weltweit von der World Rock’n'Roll Confederation gepflegt, die auch die Richtlinien für nationale und internationale Meisterschaften durchsetzen. In der Schweiz gibt es die Turnierklassen A, B, C sowie der Juniorenkategorien JA, JB und Einsteiger, wobei A die höchste Startklasse bezeichnet. International werden die Klassen Main Class, B Class, Juniors und Youth geführt, wobei Main Class die höchste Startklasse ist.
Geschichte des Rock'n'Roll
Rock’n’Roll
Die perfekte Verbindung von Tanz und Akrobatik, sportliches Können in spielerischer Leichtigkeit. Die Musik entwickelte sich aus drei Musikrichtungen: Jazz, Rock und Rhythm & Blues. Der Rock’n’Roll stammt aus der gleichen Musikfamilie wie seine „Geschwister“ der Boogie-Woogie und der Jive. Aus dem Jive entwickelte sich auch der athletische Rock’n'Roll. Um sich vom gleichnamigen Musikstil zu unterscheiden, nennt sich der Tanz dank seiner faszinierenden und akrobatischen Figuren Akrobatik Rock’n’Roll.
Der Beginn
Die Geschichte des Rock’n’Roll beginnt in den 20er Jahren in Amerika. Swing und Blues, die so wie der Rock’n'Roll im 4/4-Takt gespielt werden, bildeten das Fundament für den Boogie-Woogie.
Charakteristisch für den Boogie-Woogie ist die Pianobegleitung mit stark rollendem Bass und acht gleichmäßigen Schlägen. Dadurch entsteht der motorische, maschinengleiche Rhythmus. Bereits 1927 wurde nach diesem Rhythmus der Lindy-Hop getanzt, welcher als einer der Vorläufer des Rock’n’Roll angesehen wird.
Die Erfinder
Wie so oft waren es die Afroamerikaner, die auch diesen Tanz durch ihre Freude an der Bewegung und Improvisationskunst bereicherten: Sie fügten zwischen den Grundschritten neue Elemente wie Kicks, Sprünge, Handstände und Rollen sowie verschiedene Hebungen ein.
Als Geburtstag des Rock’n’Roll gilt allgemein der 12. April 1954. An diesem Tag schloss Bill Haley die Studioaufnahme zu “Rock Around The Clock” ab, und mit dem gleichnamigen Film begann der Rock’n’Roll seinen Siegeszug um die Welt.
Dieses Datum bedeutet aber nicht, dass es Rock’n’Roll-Musik nicht schon vorher gegeben hätte; schwarze Musiker haben Rock’n’Roll-Musik bereits viel früher gespielt und ihr Publikum dazu passende Tanzstile entwickelt. Viel mehr gelang jetzt der Durchbruch dieser Musik “im großen Stil”. Wesentlichen Anteil daran hatte der amerikanische DJ Alan Freed, der den neuen Begriff erfunden hatte und in seiner Rundfunksendung “Rock’n’Roll-Party” diese Musik spielte.
Die Tanzart
Der Tanz entwickelte sich beinahe zwangsläufig aus dem Bewegungsdrang, den die Rock’n’Roll-Musik bei den Zuhörern auslöste. Anfangs beschränkte sich das Tanzen auf die persönliche Interpretation der Musik und des Rhythmus: man tanzte mit sich selbst.
Später tanzte man zwar zusammen, von Tanzhaltung oder Kontakt der Partner während des Tanzes konnte aber kaum die Rede sein, dafür waren die Bewegungen des Einzelnen zu wuchtig und raumgreifend.
Die Akrobatik
Je wilder, je ausgefallener, je höher, je verrückter, desto besser – schien die Devise zu sein. Immer neue Figuren wurden kreiert, wobei sich diese nicht aufs Parkett beschränkten, man liess die Partnerinnen auch um sämtliche möglichen und unmöglichen Körperachsen kreisen.
Schon bald gab es Lokalmatadore, die sich durch besonderes Können hervortaten; von da an bis zum ersten Rock’n’Roll-Turnier war es nur noch ein Katzensprung!
Kleidung
In der Anfangszeit des Rock’n'Roll galten Petticoat und Jeans als stilechte Bekleidung. Für den heutigen Tanzstil ist diese Kleidung jedoch zu schwer und schränkt die Bewegungsmöglichkeiten zu sehr ein. Rock’n'Roll wird auf Turnieren in ein- oder zweiteiligen Kostümen aus elastischen Kunstfasern getanzt, die oft in grellbunten Farben gehalten und mit glitzernden Strasssteinen geschmückt sind. Die Kleidungsstoffe sind dehnbar und reissfest, denn sie werden insbesondere bei Wickelfiguren erheblichen Belastungen ausgesetzt, zudem sind sie glatt und rutschig, um Verkantungen und Reibungsverletzungen bei Akrobatiken wie dem Todessturz vorzubeugen. Die Kostüme werden meist für jedes Paar individuell nach Mass angefertigt.
Das Schuhwerk muss guten Halt und Schutz vor Verletzungen durch Umknicken bieten, gleichzeitig leicht sein und dem Fuss Bewegungsfreiheit gewähren. Daher nutzen die meisten Rock’n'Roll-Tänzer heute spezielle Rock’n'Roll-Schuhe oder Aerobicschuhe. Tänzerinnen wählen häufig leichte, schwarze Turnschuhe, die mit ihrer gedämpften Gummisohle den Abwärtsschwung nach Freiluftakrobatiken rückenschonender abfangen.
Rhythmus & Musik
Rock’n'Roll wird auf Musik im 4/4-Takt getanzt, die typischerweise einen deutlichen Offbeat aufweist. Im Gegensatz zum Offbeat der Musik wird der Tanz auf den Schlägen 1 und 3 betont. Die Musik ist mit 44 bis 52 TPM sehr schnell. Heute wird nur noch selten auf echte Rock’n'Roll-Stücke getanzt, stattdessen hört man auf Turnieren vor allem moderne Disco- und Popmusik.
Quelle: Wikipedia
Tanz
Rock’n'Roll ist ein fröhlicher, schneller und sportlicher Tanz, der stark zuschauerorientiert ist. Er ist geprägt von hoher Präzision der Bewegungen bei hohem Tempo und der flüssigen Kombination von Tanz und spektakulärer Akrobatik, welche teilweise gekonnt mit den Ängsten des Zuschauers spielt.